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Hantavirus (Andes) · Mehrere Länder (Schiff vor Cabo Verde, Passagiere aus 23 Nationen)

Hantavirus-Cluster auf Kreuzfahrtschiff im Südatlantik

Sieben Fälle, drei Todesfälle auf einem niederländisch geflaggten Kreuzfahrtschiff. WHO und ECDC koordinieren die Reaktion. Erreger ist das Andes-Hantavirus, das einzige Hantavirus mit dokumentierter Mensch-zu-Mensch-Übertragung.

Risiko sehr gering(ECDC)
Veröffentlicht von Dominik Martin · Software-Engineer und Datenaggregator· Methodik zuletzt überprüft: 07. Mai 2026· Methodik-Version 1.0

Aktueller Stand

2
bestätigt
5
Verdachtsfälle
3
Todesfälle
Stand: 04. Mai 2026 · Quelle: WHO Disease Outbreak News

Risiko-Einordnung · ECDC

Laut ECDC (Bewertung vom 6. Mai 2026) bleibt das Risiko für die Allgemeinbevölkerung in Europa „sehr gering“. Eine breite Übertragung wird nicht erwartet, weil enger und länger andauernder Kontakt für die Übertragung nötig ist und an Bord sowie bei der Anlandung Schutzmaßnahmen umgesetzt werden. Wesentliche Unsicherheiten bleiben bestehen — Untersuchungen laufen.

Was bisher bekannt ist

Am 2. Mai 2026 hat der nationale IHR-Kontaktpunkt des Vereinigten Königreichs der WHO einen Cluster schwerer akuter Atemwegserkrankungen an Bord eines niederländisch geflaggten Kreuzfahrtschiffs gemeldet. Bis zum 4. Mai 2026 wurden insgesamt sieben Fälle berichtet (zwei laborbestätigt, fünf Verdachtsfälle), darunter drei Todesfälle. Eine erste Laborbestätigung erfolgte in Südafrika am Patienten, der intensivmedizinisch betreut wird. Das Schiff war am 1. April 2026 in Ushuaia (Argentinien) ausgelaufen, mit Stopps unter anderem in der Antarktis, Tristan da Cunha, St. Helena und Ascension. An Bord befinden sich 147 Personen (88 Passagiere, 59 Crew) aus 23 Nationen. Stand 4. Mai 2026 liegt das Schiff vor der Küste von Cabo Verde.

Erreger: Andes-Hantavirus

Der nachgewiesene Erreger ist das Andes-Hantavirus, das in Teilen Südamerikas vorkommt. Hantaviren werden in der Regel von Nagetieren auf den Menschen übertragen — meist durch das Einatmen von Staub oder kleinen Partikeln aus Urin, Kot oder Speichel infizierter Nager, vor allem in geschlossenen oder schlecht belüfteten Räumen. Andes-Hantavirus ist das einzige Hantavirus, für das eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung beschrieben ist; sie erfordert typischerweise engen und länger andauernden Kontakt. Das durch Andes-Hantavirus verursachte hantavirale Lungensyndrom verläuft schwer — mit Fieber und allgemeinen Symptomen, gefolgt von schnell einsetzender Atemnot und Kreislaufversagen.

Die offizielle Reaktion

Das ECDC hat am 6. Mai 2026 eine Threat Assessment Brief zum Risiko für Europa veröffentlicht und einen Experten der EU Health Task Force an Bord entsandt. Koordiniert wird die Reaktion mit den nationalen Behörden in Spanien, den Niederlanden, weiteren EU-/EWR-Ländern, dem Vereinigten Königreich und der WHO. Vorsorglich werden auch medizinische Evakuierungen symptomatischer Personen sowie ihrer engen Kontakte erwogen.

Was wir nicht tracken

InfektRisiko verfolgt Atemwegsinfektionen — Grippe, Corona, RSV — in 36 Ländern auf Basis nationaler Surveillance-Systeme. Hantavirus-Ausbrüche fallen nicht in unseren App-Datenstrom; die maßgeblichen Quellen dafür sind WHO Disease Outbreak News und ECDC. Diese Seite bündelt die offiziellen Meldungen und ihre Einordnung.

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Diese Seite ist eine Wiedergabe offizieller Ausbruchsmeldungen. Wenn du wissen willst, wie hoch die Aktivität von Grippe, Corona oder RSV gerade in deinem Land ist — die InfektRisiko-App liefert genau das, in 36 Ländern, basierend auf RKI/ECDC/CDC/UKHSA.

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Quellen

Inhalt geprüft am 07. Mai 2026 von Dominik Martin. Bei neuen Lageeinschätzungen wird die Seite aktualisiert; das Review-Datum oben gibt den letzten Stand an. Korrekturen oder Ergänzungen: per Mail an dominik@infektrisiko.de.
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