COVID-19 in Deutschland
Aktuelle Lage für COVID-19 — gestützt auf die RKI COVID-ARE-Konsultationsinzidenz und das AMELAG-Abwassermonitoring. Kombiniert mit dem Verlauf von Grippe und RSV.
Aktuelle Lage zu COVID-19
In Kalenderwoche 15 des Jahres 2026 ist die Aktivität von COVID-19 in Deutschland niedrig. Der aus klinischer Überwachung und Abwasser-Signal kombinierte Trend geht zurück. Über die letzten Wochen ist ein deutlicher Anstieg erkennbar.
Die Einordnung basiert auf die RKI COVID-ARE-Konsultationsinzidenz und das AMELAG-Abwassermonitoring. Saisonal erreichen Infektionswellen ihren Höhepunkt in Deutschland typischerweise in den Wintermonaten, mit möglichen Sommerwellen; im Frühsommer zwischen den Wellen ist die Aktivität üblicherweise deutlich geringer. Wie stark eine konkrete Saison ausfällt, hängt unter anderem von der zirkulierenden Virusvariante und dem Immunstatus der Bevölkerung ab.
Datenquellen und Methodik
Die Einordnung der aktuellen Infektionslage kombiniert drei unabhängige Überwachungssysteme des Robert Koch-Instituts. So entsteht ein robustes Bild der Krankheitslast, das sowohl milde Verläufe in der Bevölkerung als auch die Belastung in Arztpraxen abbildet.
RKI GrippeWeb
GrippeWeb ist ein syndromisches Meldesystem auf Basis freiwilliger Angaben aus der Bevölkerung. Teilnehmende melden wöchentlich anonym, ob eine neu aufgetretene Atemwegserkrankung vorliegt. Das System erfasst so auch mildere Verläufe, die keinen Arztkontakt auslösen.
ARE-Konsultationsinzidenz (COVID-ARE)
Die Konsultationsinzidenz erfasst, wie viele Patientinnen und Patienten wegen einer akuten Atemwegsinfektion ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Grundlage sind Sentinel-Arztpraxen, koordiniert von der Arbeitsgemeinschaft Influenza. Dieser Indikator spiegelt die Belastung des Gesundheitssystems wider.
AMELAG-Abwassersurveillance
Die Abwassersurveillance (Abwassermonitoring für eine epidemiologische Lagebewertung) misst die Viruslast in Kläranlagen. Da Erreger oft ausgeschieden werden, bevor sich Betroffene testen lassen oder eine Praxis aufsuchen, dient AMELAG als Frühindikator – unabhängig vom individuellen Testverhalten.
Qualitative Einordnung
Die Kategorien „Niedrig", „Moderat" und „Hoch" orientieren sich an saisonalen Vergleichswerten und epidemiologischen Schwellenwerten des RKI. Die historische Variabilität respiratorischer Wellen wird dabei berücksichtigt. Die Daten werden wöchentlich aktualisiert, sobald das RKI seinen aktuellen Wochenbericht veröffentlicht – in der Regel donnerstags.
Häufige Fragen
Ist COVID-19 noch gefährlich?
COVID-19 bleibt ein relevanter Faktor für das Gesundheitssystem. Durch Impfungen und vorangegangene Infektionen hat ein Großteil der Bevölkerung eine Basisimmunität aufgebaut, für vulnerable Gruppen besteht aber weiterhin ein Risiko für schwere Verläufe. Das Virus ist endemisch und löst periodisch Wellen aus. Die Gefährlichkeit wird heute über kontinuierliche Überwachung und gezielten Schutz gefährdeter Personen gemanagt, nicht mehr über allgemeine Pandemiemaßnahmen.
Wie wird die COVID-19-Lage in Deutschland überwacht?
Die Überwachung ist in das ARE-Monitoring des RKI eingebettet. Daten aus Arztpraxen (Konsultationsinzidenz) werden mit virologischen Stichproben kombiniert. Die Erfassung von Hospitalisierungen wegen schwerer Atemwegserkrankungen bildet einen weiteren Pfeiler. Dieses Zusammenspiel erlaubt eine qualitative Einschätzung, ob die aktuelle Lage niedrig, moderat oder hoch ist – ohne dass eine flächendeckende Testpflicht erforderlich ist.
Was zeigt die Abwassersurveillance für COVID-19?
AMELAG misst die Konzentration von SARS-CoV-2-RNA in Kläranlagen. Da Infizierte das Virus ausscheiden, oft bevor sie Symptome entwickeln oder einen Test machen, funktioniert dieses Signal als Frühwarnsystem. Steigende Viruslasten im Abwasser korrelieren zeitversetzt mit einem Anstieg der klinischen Fallzahlen. Vorteil: Die Daten sind unabhängig vom individuellen Testverhalten und liefern ein unverzerrtes Bild der Infektionsdynamik.
Wann tritt eine Corona-Welle in Deutschland auf?
COVID-19 zeigt bisher ein weniger strikt saisonales Muster als die klassische Influenza, auch wenn die Aktivität im Herbst und Winter meist deutlich zunimmt. Auch im Sommer können Wellen auftreten, oft getrieben durch neue Virusvarianten, die bestehende Immunitäten teilweise umgehen. Kältere Temperaturen und vermehrter Aufenthalt in Innenräumen begünstigen die Übertragung.
Wie hoch ist das Risiko einer Reinfektion?
Reinfektionen sind aufgrund der Evolution des Virus und des natürlichen Nachlassens der Schleimhautimmunität möglich. Das Risiko hängt von der aktuell zirkulierenden Variante und dem Abstand zur letzten Immunisierung ab. In der Regel verlaufen Reinfektionen bei immungesunden Personen milder als die Erstinfektion. Dennoch trägt jede Welle zur Krankheitslast bei, weshalb die Beobachtung der Dynamik wichtig bleibt.
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